Der komplette Leitfaden zum Sammeln von My Bloody Valentine auf Vinyl
My Bloody Valentine revolutionierte den Alternative-Rock mit ihrem wegweisenden Shoegaze-Sound, wodurch ihre Vinyl-Veröffentlichungen zu den begehrtesten Stücken moderner Sammlungen wurden. Vom epochalen 'Loveless' bis zum lang erwarteten 'm b v' verlangt ihre überschaubare Diskografie hohe Preise und erzeugt leidenschaftliche Hingabe bei Sammlern weltweit.
Unverzichtbare My Bloody Valentine-Alben auf Vinyl
Der Grundstock jeder Sammlung ist 'Loveless' (1991), allgemein als eines der größten Alben überhaupt angesehen und auf Vinyl wegen seiner dichten, immersiven Produktion unverzichtbar. 'Isn't Anything' (1988) markiert ihren Durchbruch und ist ebenso wichtig, um ihre klangliche Entwicklung nachzuvollziehen. Die EP-Zusammenstellung 'EP's 1988-1991' dokumentiert ihre kreative Hochphase zwischen den Alben, während 'm b v' (2013) nach 22 Jahren Stille erschien und in jeder ernsthaften Sammlung einen Platz verdient. Frühe Veröffentlichungen wie 'Ecstasy and Wine' (1987) sollte man für ein vollständiges Bild ihrer Entwicklung nicht übersehen.
Seltene und wertvolle Pressungen
Originale UK-Pressungen von 'Loveless' auf Creation Records aus 1991 gelten als Heiliger Gral, insbesondere Erstpressungen mit der Katalognummer CRE LP 060 und spezifischen Matrix-Etchings. Erstpressungen von 'Isn't Anything' auf Creation (CRELP 040) erzielen ähnlich hohe Preise, vor allem in sehr gutem Zustand mit originalen Innenhüllen. Die ursprünglichen EPs wie 'You Made Me Realise' (1988) und 'Feed Me With Your Kiss' (1988) auf Creation werden zunehmend selten und wertvoll. Japanische Pressungen aus den frühen 90ern weisen oft eine überlegene Vinylqualität und zusätzliche Einleger auf und sind daher begehrte Alternativen. Die 2012 von Kevin Shields überwachten Reissues klingen hervorragend, besitzen aber nicht dieselbe Sammelwürdigkeit wie die Originale.
Tipps fürs Sammeln
Authentifiziere originale Creation-Pressungen, indem du die Matrix-Runout-Etchings prüfst und die spezifischen Katalognummern mit Discogs oder ähnlichen Diskografie-Datenbanken abgleichst. Achte auf das markante Design des Creation-Labels und die Qualität der Innenhüllen, die oft Bandfotos oder Artwork enthielten. Sei vorsichtig bei den zahlreichen Reissues und Bootlegs, besonders von 'Loveless' – Originalpressungen haben ein spezifisches Gewicht und Gefühl, das erfahrene Sammler erkennen. Matrixnummern im Deadwax sind entscheidend: Originale UK-'Loveless'-Pressungen zeigen typischerweise bestimmte Codes, die sich zwischen Seite A und B unterscheiden.
Preisguide und Markttrends
Originale britische Pressungen von 'Loveless' in VG+ oder besser werden regelmäßig für $200–500 verkauft, Mint-Exemplare überschreiten häufig $800. Erstpressungen von 'Isn't Anything' liegen je nach Zustand typischerweise zwischen $150 und $350. Originale Creation-EPs erzielen oft $50–150 pro Exemplar, wobei 'You Made Me Realise' am oberen Ende liegt. Der Markt hat in den letzten zehn Jahren stetig an Wert gewonnen, da der Einfluss des Shoegaze gewachsen ist, wodurch My Bloody Valentine auf Vinyl eine stabile Wertanlage für Sammler darstellt, die sowohl musikalischen als auch finanziellen Wert schätzen.
Wichtige Pressungen und ihre Unterschiede
Loveless ist der große Brocken, aber es gibt einige praktische Merkmale, anhand derer Sammler frühe Exemplare von den zahlreichen späteren Reissues unterscheiden. Originale britische Creation-Pressungen von 1991 kommen in der Regel mit einem glänzenden Cover, dem vertrauten Creation-Branding und maschinengestempelten Matrizen. Die vollständig analogen, von Kevin Shields betreuten Reissues von 2018 sind dagegen sauberer und rauschärmer gepresst, weisen andere zeitgenössische Fertigungsmerkmale auf und kommen meist in deutlich aufwendigerer Verpackung. Gerade bei Loveless sollte man immer Beschriftungen auf dem Label und die Auslaufrille vergleichen, statt sich auf Hype-Sticker zu verlassen – die gehen leicht verloren oder werden vertauscht. Bei Isn’t Anything ist die Aufteilung ähnlich. Frühe Creation-Exemplare haben zeittypische Label und britische Fertigungsmerkmale, die sich klar vom vollständig analogen Reissue von 2018 und vom separat aus Digitaldateien geschnittenen Cut unterscheiden. Dieser Unterschied ist wichtig, weil Verkäufer gelegentlich alle neueren Reissues gleichwertig anpreisen, obwohl sie es nicht sind. Auch bei den EPs Glider und Tremolo lohnt sich eine genaue Prüfung. Die originalen 12-Inch-Ausgaben von Creation haben eigene Cover- und Labelgestaltungen, die charakteristisch für die Veröffentlichungsreihe der frühen 90er sind. Spätere Kompilationen und Nachpressungen können diese Optik imitieren, ohne jedoch das originale Druckfinish oder den Stil der Auslaufrille zu erreichen. Feed Me With Your Kiss ist ein weiterer Titel, bei dem das Labeldesign der ersten Creation-Ausgabe und authentische Details in der Auslaufrille deutlich verlässlichere Indizien liefern als Abnutzung am Cover oder die Beschreibung des Verkäufers allein.
Was den Preis bestimmt
Der Zustand wirkt sich bei Platten von My Bloody Valentine besonders stark auf den Preis aus, weil ein großer Teil ihrer Faszination in den klanglichen Details liegt. Ein Exemplar im Zustand Near Mint kann dramatisch mehr einbringen als dieselbe Pressung in Very Good – besonders bei Loveless oder den frühen EPs, bei denen Oberflächenrauschen das gesamte Hörerlebnis beeinträchtigt. Als Faustregel gilt: Eine saubere, vollständige Ausgabe mit scharfen Kanten am Cover und ohne Spuren vom Plattentellerloch kann das Zwei- bis Dreifache eines stärker abgenutzten Exemplars wert sein. Seltenheit spielt eine Rolle, aber ebenso wichtig ist die Frage, um welche Art von Seltenheit es sich handelt. Echte erste britische Creation-Pressungen liegen auf dem Markt meist vor späteren britischen Nachpressungen und gängigen modernen Reissues. Promo-Exemplare und White Labels können einen Aufpreis erzielen, wenn ihre Herkunft eindeutig belegt ist – doch nicht jede Promo-Kennzeichnung garantiert automatisch einen deutlichen Sprung. Auch das Pressland beeinflusst den Wert: Britische Originale gelten in der Regel als Referenz, während spätere europäische oder US-amerikanische Reissues meist leichter erhältlich sind. Grob gesagt liegen gängige aktuelle Reissues je nach Titel und Zustand oft bei etwa 25 bis 45 US-Dollar. Saubere Originale von Isn’t Anything oder den maßgeblichen EPs bewegen sich häufig in einer Größenordnung von ungefähr 80 bis 250 US-Dollar. Erste Pressungen von Loveless in sehr gutem Zustand können deutlich darüber liegen und erreichen nicht selten den mittleren dreistelligen Bereich. Die Preisspanne hängt letztlich von der Zustandsbewertung, der Vollständigkeit, bestätigten Pressungsdetails und der Zahl vertrauenswürdiger Angebote zu einem bestimmten Zeitpunkt ab.