The Cure Vinyl-Sammlung: Unverzichtbare Alben & seltene Pressungen
The Cure gehört zu den einflussreichsten und langlebigsten Bands des Post‑Punk, mit einer fast fünf Jahrzehnte umfassenden Diskografie, die Vinyl-Sammler weltweit fasziniert. Von den kargen frühen Post‑Punk-Aufnahmen über die gotischen Meisterwerke bis zu popaffinen Hits hat Robert Smith mit seinen Mitstreitern einige der begehrtesten Scheiben der Alternativszene geschaffen. Ihre Vinyl-Ausgaben reichen von rohen Debüts bis zu opulenten Reissues und machen The Cure zu einer unverzichtbaren Ergänzung jeder ernsthaften Post‑Punk-Sammlung.
Unverzichtbare The Cure-Alben auf Vinyl
Jede The Cure-Sammlung sollte mit dem heiligen Dreiklang beginnen: 'Disintegration' (1989), ihr atmosphärisches Meisterwerk; 'Pornography' (1982), ein düsteres Post‑Punk-Meilenstein; und 'The Head on the Door' (1985), das ihre Mischung aus Melancholie und Melodie perfektionierte. 'Seventeen Seconds' (1980) und 'Faith' (1981) zeigen ihre frühe Post‑Punk-Entwicklung und sind zentral, um ihr Schaffen zu verstehen. 'Kiss Me, Kiss Me, Kiss Me' (1987) dokumentiert das ambitionierte Doppelalbum-Experiment, während das Debüt 'Three Imaginary Boys' (1979) ihre rohe, reduzierte Herkunft einfängt. Für Einsteiger bietet die Compilation 'Standing on a Beach' (1986) einen guten Überblick über die Singles, obwohl Puristen die Originalalbum-Versionen bevorzugen.
Seltene und wertvolle Pressungen
Originale UK-Pressungen auf Fiction Records aus den frühen 1980er Jahren erzielen Spitzenpreise, besonders Erstpressungen von 'Pornography' mit der korrekten Katalognummer FIXH 7 und den originalen Innenhüllen. Das Debüt 'Three Imaginary Boys' von 1979 auf Fiction Records mit dem Produktionskredit von Chris Parry ist besonders sammelwürdig, vor allem im Near‑Mint‑Zustand. Limitierte Colored-Vinyl-Auflagen und Picture-Disc-Ausgaben von Singles wie 'The Lovecats' und 'Let's Go to Bed' ziehen ernsthafte Sammler an. Japanische Pressungen mit OBI-Streifen, insbesondere von 'Disintegration' und 'Kiss Me, Kiss Me, Kiss Me', sind wegen ihrer Klangqualität und Verpackung begehrt. Frühe Promotion-Exemplare und Testpressungen von Fiction Records tauchen selten auf, können aber hohe Summen erzielen, wenn sie angeboten werden.
Sammeltipps
Authentifizieren Sie Erstpressungen, indem Sie die in die Auslaufrille (Runout/Deadwax) eingravierten Matrixnummern prüfen und mit etablierten Diskografien abgleichen – frühe Fiction-Veröffentlichungen tragen oft Stempel wie 'TOWNHOUSE' oder 'UTOPIA' in der Deadwax. Etikettenvarianten sind entscheidend: Originale UK-Fiction-Labels unterscheiden sich von späteren Polydor-Reissues und amerikanischen Elektra-Pressungen; Fiction-Labels zeigen das markante Logo und ein eigenes Katalognummernsystem. Innenhüllen sind ebenfalls wichtig: Originale Veröffentlichungen enthielten oft Textbeilagen oder Foto-Innencover, die spätere Auflagen wegließen; ihre Existenz kann den Wert deutlich steigern. Prüfen Sie stets Presswerk-Codes und Katalognummern anhand vertrauenswürdiger Quellen wie Discogs, denn The Cures umfangreiche Kataloggeschichte enthält zahllose Reissues, die fälschlich für Originale gehalten werden können.
Preisübersicht und Marktentwicklung
Originale UK-Pressungen wichtiger Alben wie 'Pornography' und 'Disintegration' in VG+ oder besser liegen typischerweise im Bereich von $40–$100, während mint erhaltene Erstpressungen $150–$300 erzielen können. Seltene Singles und Limited Editions, insbesondere aus der frühen Fiction-Phase, erreichen je nach Zustand und Seltenheit $100–$500. Der Markt für The Cure-Vinyl ist stabil und robust, wobei 'Disintegration' aufgrund seines Status als Gothic-Rock-Klassiker beständig an Wert gewinnt. Jüngste offizielle Reissues von Universal und Rhino haben den Katalog zugänglicher gemacht, doch die Nachfrage nach Originalpressungen blieb hoch, sodass deren Wert unter Sammlern erhalten bleibt oder steigt.
Wichtige Pressungen und ihre Besonderheiten
Drei Titel kommen immer wieder zur Sprache, wenn Cure-Sammler Originalpressungen mit späteren Reissues vergleichen. Seventeen Seconds ist dafür ein gutes Beispiel: Frühe britische Fiction-Exemplare haben meist die klassischen schwarz-weißen Fiction-Labels und zeittypische, von Polydor geprägte Angaben in der Auslaufrille, während viele spätere Reissues sauberer und schwerer gepresst sind und Barcodes sowie stärker standardisierte Runouts aufweisen. Auch das Originalcover hat meist eine weichere, gedecktere Druckoptik als manche helleren Reissues. Pornography ist ein weiterer Fall, bei dem die Gestaltung viel verrät. Erste britische Ausgaben auf Fiction findet man häufig mit dem dunkleren, kräftiger gesättigten Covermotiv und frühen Angaben beziehungsweise Layouts auf dem Inner Sleeve, während spätere Reissues oft glänzender und einheitlicher wirken. Sammler prüfen außerdem, ob die Labels dem ursprünglichen Fiction-Design von 1982 entsprechen und nicht einer späteren Variante aus der jeweiligen Katalogära. Bei Disintegration lassen sich die frühesten britischen und europäischen Pressungen meist an den ursprünglichen Fiction/Polydor-Labels, den zeitgenössischen Inner Sleeves und den Matrixangaben der ersten Generation erkennen – und nicht an den saubereren, maschinell gestempelten Mustern, wie sie bei späteren Neuschnitten häufig zu finden sind. Japanische Pressungen stechen durch ihre Obi-Streifen und landesspezifischen Beilagen hervor, die für die Vollständigkeit eine große Rolle spielen. Auch Kiss Me, Kiss Me, Kiss Me ist erwähnenswert: Originale Doppel-LP-Ausgaben haben in der Regel das Label-Layout der Erstausgabe und bedruckte Inner Sleeves, während sich gängige Reissues leichter an veränderten Barcodes, neueren Copyright-Zeilen und aktualisierten Produktionsangaben erkennen lassen.
Was den Preis bestimmt
Der Zustand ist nach wie vor der wichtigste Preisfaktor. Eine tatsächlich neuwertige Cure-LP mit scharfem, sauber erhaltenem Cover, einem makellosen Inner Sleeve und ohne Spuren am Mittelloch kann das Zwei- bis Vierfache dessen erzielen, was dieselbe Pressung in VG- oder VG+-Zustand einbringt. Bei wichtigen Titeln drücken Haarrisse, aufgeplatzte Kanten, Beschriftungen auf dem Cover oder fehlende Beilagen den Wert schnell. Ein ordentliches VG+-Exemplar eines begehrten Originalalbums liegt vielleicht bei etwa 40 bis 120 $, während ein wirklich sauberes Exemplar in Near-Mint-Zustand – je nach Titel und Nachfrage – durchaus 100 bis 250 $ erreichen kann. Als Nächstes kommt die Seltenheit. Promos, zurückgezogene oder nur in kleiner Auflage erschienene Varianten, farbiges Vinyl und frühe länderspezifische Pressungen können die Preise deutlich nach oben treiben – besonders dann, wenn sie nur in geringer Stückzahl veröffentlicht wurden. Ein standardmäßiges späteres Reissue auf schwarzem Vinyl kostet vielleicht 20 bis 35 $, während eine seltenere britische Originalpressung oder japanische Ausgabe mit sämtlichen Beilagen problemlos 80 bis 300 $ oder mehr erzielen kann. Bei farbigem Vinyl ist die Sache kompliziert: Manche Varianten werden mit einem Aufpreis gehandelt, aber nur, wenn die Nachfrage tatsächlich mit der Seltenheit mithält. Auch das Pressland spielt eine Rolle, weil Sammler aus Gründen der Authentizität häufig originale britische Fiction-Ausgaben bevorzugen, während bestimmte japanische Editionen wegen ihrer Präsentation und Vollständigkeit höhere Preise erzielen. Erstausgaben führen den Markt meist an, doch spätere Pressungen in Topzustand können ebenfalls begehrt sein, wenn das Original inzwischen unerschwinglich geworden ist.