Blues

Der komplette Ratgeber zum Sammeln von B.B.-King-Schallplatten

B.B. Kings Vinylkatalog bietet sowohl Einsteigern im Blues als auch erfahrenen Sammlern von Labelvarianten viel zu entdecken. Seine Diskografie reicht von seltenem Material aus der RPM- und Crown-Ära über klassische Veröffentlichungen auf ABC, BluesWay und MCA bis zu späteren Geffen-Releases. Zwischen den einzelnen Epochen gibt es deutliche Unterschiede bei Klang, Gestaltung, Seltenheit und Preis. Entscheidend ist, zu wissen, welche Platten tatsächlich schwer zu finden sind, welche Reissues hervorragende Alternativen darstellen und wie Label, Dead Wax und Coverkonstruktion Originale von späteren Pressungen unterscheiden.

Aktiv 1949-2014
Herkunft United States
Vinyl-Veröffentlichungen 90+

Warum B.B. Kings Vinyl-Diskografie wichtig ist

B.B. King nahm in mehreren klar voneinander unterscheidbaren Marktphasen auf – entsprechend breit gefächert ist sein Vinylkatalog. Die frühen Singles für Bullet, RPM und Kent dokumentieren den Aufstieg seines modernen elektrischen Bluesstils und bilden bis heute das Fundament ernsthafter Sammlungen. Die Crown- und Kent-LPs der 1950er- und frühen 1960er-Jahre stellten häufig älteres Material zusammen, statt als sorgfältig konzipierte Alben angelegt zu sein. Historisch sind sie dennoch von enormer Bedeutung, weil sie die ersten Langspiel-Dokumente seines gereiften Sounds darstellen. Mitte der 1960er-Jahre brachten die Jahre bei ABC und BluesWay klarere Albumprofile, bessere Aufnahmequalität und eine konsistentere Ausstattung. Diese Ära ist daher besonders reizvoll für Sammler, die musikalische Substanz mit noch erschwinglichen Vintage-Pressungen verbinden möchten. Der eigentliche Wendepunkt ist Live at the Regal von 1965. Das Album machte aus King vom Blues-Spezialisten eine feste Größe für Rock-, Soul- und Bluespublikum gleichermaßen. Danach wurden Platten wie Lucille, Completely Well und Indianola Mississippi Seeds zu Klassikern; außerdem weitete sich der Katalog um Livealben, Kollaborationen und spätere programmatische Veröffentlichungen aus. Für Sammler bedeutet das: Es gibt nicht den einen B.B.-King-Weg. Man kann seltene Nachkriegs-78er und 45s suchen, eine starke Reihe von 1960er-LPs auf ABC/BluesWay aufbauen oder sich auf audiophile Reissues und gut erhaltene spätere Pressungen mit hervorragender Wiedergabequalität konzentrieren. Nur wenige Blueskünstler verbinden solche Rarität, historische Bedeutung und gut zugängliche Vinylklassiker.

Die frühen Jahre: RPM, Kent, Crown und die ersten gesuchten B.B.-King-Platten

Die schwierigsten B.B.-King-Platten sind meist nicht die berühmten LPs, sondern die frühen Singles und die daraus zusammengestellten Budget-LPs. Originale RPM-78er und -45s aus den frühen 1950er-Jahren können ausgesprochen selten sein – besonders in gutem Zustand. Sie liefen in Bars, Jukeboxen und Wohnzimmern, statt von Sammlern geschont zu werden. Titel aus dieser Zeit bilden das Fundament einer ernsthaften B.B.-King-Sammlung. Die Zustandsbewertung ist dabei wichtiger als bei fast jedem anderen Blueskünstler, denn abgenutztes Schellack und stark gespielte Singles können praktisch unhörbar sein. Die Preisspanne ist groß: Abgespielte, relativ häufige Exemplare wechseln eventuell für niedrige dreistellige Beträge den Besitzer, während saubere, begehrte frühe RPM-Ausgaben je nach Titel und Format deutlich teurer werden können. Für LP-Sammler sind die Crown-Alben der wichtigste Ausgangspunkt. Sings Spirituals, The Blues, My Kind of Blues und Easy Listening Blues gehören zu den bekanntesten frühen Titeln. Crown arbeitete im Budgetsegment, daher sind Pressqualität und Coverkonstruktion selbst bei authentischen Originalen oft eher bescheiden. Makellose Exemplare sind deshalb viel seltener, als die Katalognummern vermuten lassen. Erstausgaben erkennt man meist an zeittypischen Crown-Labels, stabilen Kartonhüllen und dem allgemeinen Erscheinungsbild der Budgetproduktion aus den späten 1950ern und frühen 1960ern – nicht an einer luxuriösen Ausstattung. Viele dieser Platten wurden später bei Crown, Kent oder deren Sublabels neu gepresst oder in veränderter Form zusammengestellt. Labeldesign, Rückseitendruck und Dead Wax sollten daher sorgfältig verglichen werden. Audiophil überzeugen diese LPs weniger als durch ihre zeitgeschichtliche Authentizität und die direkte Verbindung zu Kings prägenden Aufnahmen.

Schlüsselpressung: Live at the Regal und die Bedeutung originaler ABC-Paramount-Exemplare

Wenn eine B.B.-King-LP das gesamte Vinyl-Thema verkörpert, dann Live at the Regal. Das 1965 in Chicago aufgenommene und von ABC-Paramount veröffentlichte Album ist sowohl ein künstlerischer Meilenstein als auch die begehrteste Vintage-LP von B.B. King. Der Reiz für Sammler liegt auf der Hand: Hier erlebt man seine souveräne Bandleitung, seine Kontrolle über das Publikum und sein Gitarrenspiel in voller Entfaltung. Unabhängig vom Künstler zählt es zu den großen Live-Blues-LPs. Im Mittelpunkt stehen originale US-Ausgaben in Mono und Stereo. Echte Erstausgaben sollten ein zeittypisches ABC-Paramount-Label und eine für die US-Produktion Mitte der 1960er-Jahre charakteristische Coverkonstruktion aufweisen. Spätere ABC-Ausgaben und noch spätere MCA-Reissues sind deutlich leichter zu finden und meist günstiger. Mono-Exemplare können für Sammler besonders interessant sein, da sie bei Titeln aus der Mitte der 1960er-Jahre, die rasch von Stereo verdrängt wurden, oft seltener sind. Die tatsächliche Verfügbarkeit hängt allerdings vom jeweiligen Markt ab. Saubere Originale sind nicht unauffindbar, doch wirklich scharfe Cover und leises Vinyl sind deutlich seltener, als Verkäuferbeschreibungen häufig suggerieren. Spätere US-Reissues sind in sauberem, gut abspielbarem Zustand oft für etwa $15 bis $35 zu finden. Gute originale US-Pressungen liegen je nach Mono oder Stereo, Coverzustand und tatsächlicher Einstufung von VG+ oder besser meist bei etwa $75 bis $200. Nahezu neuwertige Exemplare können teurer werden. Von diesem Titel existieren Reissues aus vielen Epochen – manche exzellent, andere nur zweckmäßig. Käufer sollten daher entscheiden, ob sie eine sammelwürdige Erstausgabe, eine gut klingende Vintage-Pressung oder den bestmöglichen modernen Schnitt suchen.

Wichtige Pressungen der späten 1960er: Lucille, Completely Well und Essentials aus der BluesWay-Ära

Nach Live at the Regal gilt für viele Sammler die LP-Reihe der späten 1960er bei BluesWay und ABC als wichtigste Phase. Lucille von 1968 ist ein Eckpfeiler, weil das Album die Identität der berühmten Gitarre in Albumform festschrieb und einen polierten, zeitgemäßen Studiosound bot, ohne Kings Biss zu verlieren. Gesucht werden meist originale US-Ausgaben von BluesWay; spätere, von ABC vertriebene Pressungen oder MCA-Ausgaben bilden die günstigere zweite Wahl. Saubere Originale in VG+ sind häufig noch für etwa $25 bis $70 erhältlich, außergewöhnliche Exemplare können mehr kosten. Completely Well von 1969 ist ebenfalls ein Schlüsselalbum, enthält es doch The Thrill Is Gone – die Aufnahme, die Kings breite Bekanntheit beim Mainstream entscheidend vorantrieb. Es ist nicht die seltenste B.B.-King-LP, aber die Nachfrage bleibt hoch, weil auch Gelegenheitshörer das Album kennen. Originale BluesWay-Ausgaben liegen in solidem Sammlerzustand meist ungefähr zwischen $20 und $60; Promos und besonders saubere Exemplare erzielen mehr. Indianola Mississippi Seeds von 1970 ist wegen seiner Crossover-Produktion und der zahlreichen Gastmusiker ähnlich bedeutend. Originale US-Pressungen sind häufig genug, um sie ohne große Mühe zu sammeln, doch echte Top-Exemplare bleiben begehrt. Diese Ära eignet sich ideal für Sammler, die Vintage-B.B.-King suchen, ohne in die deutlich teurere Welt der Bluesraritäten der 1950er einzusteigen. Auch die Labeldetails sind hier noch gut überschaubar: Originale BluesWay-Labels, zeittypische Innenhüllen, sofern vorhanden, und Dead-Wax-Markierungen passender US-Presswerke reichen in der Regel aus, um authentische Ausgaben der ersten Phase von späteren Nachpressungen zu unterscheiden.

Jenseits des Kanons: unterschätzte LPs, spätere Platten und gute Reissue-Alternativen

Nicht jede lohnende B.B.-King-LP ist ein hochpreisiges Sammlerstück. Einige der besten Käufe liegen knapp außerhalb des Kanons. Alben wie Guess Who, To Know You Is to Love You, Friends, Together for the First Time with Bobby Bland und die Liveplatten der 1970er bieten noch immer viel Musik für vergleichsweise wenig Geld. Originale US-Ausgaben aus dieser Zeit findet man oft für $10 bis $30, wobei Promos, alte Lagerware in verschweißtem Zustand und wirklich neuwertige Exemplare teurer sein können. Diese Platten sind wichtig, weil sie zeigen, wie King sich an wechselnde Produktionsstile anpasste, ohne die vokale Autorität und das ökonomische Gitarrenspiel einzubüßen, die ihn auszeichneten. Die späteren LPs der 1980er und 1990er sind auf andere Weise schwieriger. Sie wurden häufig in geringeren Stückzahlen gepresst als seine großen Titel der 1960er und 1970er, doch die Nachfrage ist nicht immer ebenso stark – entsprechend schwanken die Preise. Bei MCA und späteren Labels finden sich sammelwürdige Titel ebenso wie Kollaborationen, die Blueskäufer und ein breiteres Rock- oder Pop-Publikum ansprechen. Da viele Fans in diesen Jahrzehnten auf CD umstiegen, sind saubere originale Vinyl-Exemplare oft seltener als erwartet. Reissues spielen auf dem B.B.-King-Markt eine große Rolle und sind keineswegs automatisch ein Kompromiss. Gut gemasterte Neuauflagen von Live at the Regal, Completely Well und ausgewählten frühen Compilations können hervorragend klingen und deutlich weniger kosten als Originale. Die Herausforderung besteht darin, hochwertige Reissues von beliebigen Public-Domain- oder Budgetpressungen zu unterscheiden, die minderwertige Quellen wiederverwenden. Für reine Hörkopien ist eine Reissue von einem bekannten Label aus einer seriösen Archiv- oder Audiophile-Reihe meist die sicherere Wahl.

Was den Wert von B.B.-King-Platten bestimmt

Der Zustand ist der wichtigste und zugleich stärkste Preistreiber. B.B.-King-Platten waren Gebrauchsgegenstände, lange bevor sie zu Sammlerobjekten wurden – besonders die frühen Singles und LPs der Budgetlabels. Bei Material aus den 1950ern und frühen 1960ern kann eine optische VG-Platte deutlich rauer klingen als erwartet; Rillenverschleiß lässt den Wert schnell sinken. Ein sauberes, glänzendes Original mit lesbarem Rücken und ohne aufgeplatzte Nähte ist gegenüber einem durchschnittlich erhaltenen Exemplar einen deutlichen Aufpreis wert. Promostempel können je nach Ausführung den Wert steigern oder mindern. Ein sauberer Radiostationsstempel auf einem begehrten ABC- oder BluesWay-Titel kann attraktiv sein, während starke Beschriftungen oder Aufkleber meist wertmindernd wirken. Seltenheit funktioniert im Katalog nicht überall gleich. Das früheste Material aus dem RPM- und Kent-Umfeld ist tatsächlich rar und kann je nach Titel, Zustand und Format etwa $100 bis in den hohen dreistelligen Bereich kosten. Crown-LPs sind nicht unbedingt absolut selten, doch schöne Exemplare sind es – deshalb übertreffen Spitzenstücke oft die Erwartungen. Große LPs der 1960er wie Live at the Regal werden stärker von der Nachfrage als von extremer Seltenheit bestimmt. Gute Originale sind zu finden, doch die Konkurrenz unter Sammlern hält die Preise stabil. Häufige spätere LPs bleiben meist unter $40, es sei denn, sie sind verschweißt, Promos oder schwer auffindbare regionale Pressungen. Das Herkunftsland ist vor allem dann wichtig, wenn sich Veröffentlichungsdatum, Mastering oder Covergestaltung deutlich unterscheiden. Originale US-Pressungen gelten bei B.B. King meist als Referenz, doch bestimmte britische, japanische und europäische Reissues werden wegen ihres leisen Vinyls und ihrer sorgfältigen Ausstattung geschätzt. Mono oder Stereo, der Zeitpunkt von Labelwechseln sowie vollständige Originalbeilagen oder Firmen-Innenhüllen können eine Platte auf der Preisskala nach oben oder unten bewegen.

Praktische Sammeltipps: Pressungen prüfen und Reissue-Fallen vermeiden

Am sichersten sammelt man B.B. King nach Ära und Label. Wer sich für frühes Material interessiert, sollte die grundlegende Abfolge von Bullet, RPM, Kent und Crown kennen, bevor größere Summen ausgegeben werden. Bei LPs ab Mitte der 1960er sollte man sich auf ABC-Paramount, BluesWay sowie die späteren Labelwechsel zu ABC und MCA konzentrieren. Viele Verkäufer verwenden den Begriff „Original“ sehr großzügig, besonders bei Live at the Regal und Completely Well. Deshalb sollte man auf Labelaufnahmen, Fotos vom Plattenrücken und Dead-Wax-Details bestehen, statt sich nur auf das Frontcover zu verlassen. Das Dead Wax ist besonders hilfreich, weil Kings meistgesammelte LPs wiederholt nachgepresst wurden. Ein Cover kann früh aussehen, während die darin enthaltene Platte später ist – oder umgekehrt. Prüfen Sie, ob das Labeldesign zum angegebenen Jahr passt und ob der Matrizenbereich auf eine zeitgenössische US-Pressung statt auf einen deutlich späteren Neuschnitt hindeutet. Europäische Public-Domain-Reissues mit frühem B.B.-King-Material sind häufig genug, dass Einsteiger sie mit seriösen Archivveröffentlichungen verwechseln können. Sie sind nicht zwangsläufig Fälschungen, aber meist weniger begehrt, weil Quellenqualität und Mastering schwanken können. Vor dem Kauf teurer Exemplare sollten mehrere Referenzen herangezogen werden. Die Release-Seiten von Discogs sind für Labelscans und Matrixnotizen hilfreich. Ein Fotoscan in VinylAI kann die Pressung eingrenzen, wenn man im Laden oder auf einer Plattenbörse mehrere ähnliche Exemplare vor sich hat. Am wichtigsten ist jedoch eine Hörprobe bei frühen Singles und Crown-LPs. Bei B.B. King reicht die optische Zustandsbewertung oft nicht aus.

Warum B.B. King auf Vinyl gehört

B.B. Kings Katalog ergibt auf Vinyl besonders viel Sinn, weil seine Aufnahmekarriere die Entwicklung des Formats selbst widerspiegelt. Die frühesten 78er und 45s vermitteln die Direktheit des Nachkriegs-Rhythm-and-Blues, der für Jukeboxen und den lokalen Vertrieb produziert wurde. Die Crown- und Kent-LPs bewahren die Phase, in der Blueslabels Hitsingles zu erschwinglichen Langspielern zusammenstellten – oft mit grober, aber eindringlicher Covergestaltung. Mit ABC und BluesWay holte der Studioanspruch zu Kings wachsender Bedeutung auf; Alben wurden nun zunehmend zu vollständigen Aussagen statt zu bloßen Compilations. Vinyl kommt auch der Art entgegen, wie Kings Musik Dynamik und körperliche Präsenz vermittelt. Seine Stimme hat Gewicht in den Mitten, seine Gitarrenlinien sind präzise und durchdringend statt überladen, und der Raumklang auf Liveaufnahmen wie Live at the Regal ist ein zentraler Bestandteil des Erlebnisses. Gute analoge Pressungen können diese Eigenschaften unmittelbar vermitteln, besonders im Vergleich zu dünn klingenden oder aggressiv bearbeiteten Digitalversionen. Das heißt nicht, dass jedes Original automatisch am besten klingt; manche Reissues sind leiser und besser ausbalanciert. Für Sammler zählen jedoch auch die haptischen Details: zeittypische Labels, gegebenenfalls laminierte oder im Tip-on-Verfahren gefertigte Cover, Firmen-Innenhüllen, Promostempel und alte Preisaufkleber verankern die Musik in ihrem ursprünglichen kommerziellen Leben. Darin liegt der eigentliche Reiz, B.B. King auf Vinyl zu sammeln. Man stellt nicht bloß eine Reihe berühmter Songs zusammen, sondern verfolgt, wie sich ein prägender amerikanischer Blueskünstler von regionalen R&B-Singles zu weltweit bekannten Alben entwickelte – ein Label und eine Pressungsvariante nach der anderen.

Häufig gestellte Fragen

Unter den LPs sind originale US-Pressungen von Live at the Regal meist am konstantesten gefragt, weil das Album zugleich ein Blues-Meilenstein und ein bei Crossover-Sammlern beliebter Titel ist. Über alle Formate hinweg können frühe 78er und 45s aus der RPM-Ära seltener und mitunter wertvoller sein, besonders in sauberem Zustand. Entscheidend ist der Unterschied zwischen Nachfrage und Seltenheit: Live at the Regal spricht ein breites Publikum an, während bestimmte frühe Singles rarer sein können, aber eine kleinere Gruppe von Blues-Spezialisten interessieren.
Beginnen Sie mit Label und Epoche. Frühe Titel sollten zur korrekten ursprünglichen Label-Familie passen – je nach Album etwa RPM, Crown, ABC-Paramount oder BluesWay. Prüfen Sie anschließend Dead-Wax-Markierungen, Coverkonstruktion, Rückseitendruck und eine eventuell vorhandene Firmen-Innenhülle. Viele B.B.-King-Alben wurden schnell nachgepresst, daher reicht ein Blick auf das Frontcover nicht aus. Vergleichen Sie Ihr Exemplar mit dokumentierten Fotos und Matrixnotizen auf den Release-Seiten, bevor Sie den Preis einer Erstausgabe zahlen.
Bei häufigen ABC-, BluesWay- und MCA-Titeln sind lokale Plattenläden und Börsen ideal, weil man den Zustand direkt prüfen kann. Für frühe Singles, seltene Crown-LPs und besser erhaltene Originale von Live at the Regal bieten spezialisierte Onlinehändler und große Diskografieplattformen eine größere Auswahl und bessere Chancen, eine bestimmte Pressung zu finden. Fragen Sie unabhängig vom Kaufort nach klaren Fotos von Label, Rücken und Dead Wax. Bei teuren Exemplaren lohnt es sich, eine Hörbestätigung anzufordern.
Häufige spätere US-LPs aus den 1970ern und 1980ern kosten in VG+ oft etwa $10 bis $30. Wichtige Vintage-Titel wie Lucille und Completely Well liegen je nach Ausgabe und Zustand häufig bei etwa $20 bis $70. Originale Ausgaben von Live at the Regal bewegen sich in gutem Sammlerzustand meist ungefähr zwischen $75 und $200; außergewöhnliche Exemplare können mehr kosten. Frühe RPM-Singles und saubere LPs aus der Crown-Ära reichen bei passender Kombination aus Seltenheit und Zustand von etwa $100 bis in den hohen dreistelligen Bereich.
Reissues sind absolut lohnenswert, wenn Klang und gute Verfügbarkeit im Vordergrund stehen. Viele originale B.B.-King-Platten, insbesondere Crown-LPs und stark gespielte frühe Exemplare, können rauschen oder ungleichmäßig gepresst sein. Ein seriöses Reissue von Live at the Regal oder Completely Well bietet für einen Bruchteil der Kosten oft das bessere Hörerlebnis. Auf Originale sollte man warten, wenn historische Authentizität, Labelvarianten und langfristige Sammlerperspektive wichtiger sind als eine möglichst gute Wiedergabe.
Live at the Regal ist vermutlich der Titel, bei dem am häufigsten übertrieben wird; viele spätere Pressungen werden beiläufig als Erstausgaben bezeichnet. Auch Completely Well und Lucille werden oft ungenau beschrieben, weil Original- und frühe Reissue-Labels auf Onlinefotos ähnlich aussehen können. Frühe Crown-LPs bergen eine weitere Falle: Alt bedeutet nicht automatisch Erstausgabe, und der Zustand wird häufig besser dargestellt, als er ist. Bei jedem teuren Exemplar sollten Sie Nahaufnahmen von Labels und Matrixbereichen anfordern – nicht nur vom Frontcover.

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