Mit der richtigen Kategorie beginnen

Der erste Schritt ist einfach: Entscheide, ob du eine Promo, ein White Label oder eine Testpressung besitzt. Denn die Bezeichnung allein sagt weit weniger aus, als die meisten Verkäufer annehmen. Wer fragt, was eine Promo-Schallplatte wert ist, verwendet häufig drei unterschiedliche Begriffe für drei verschiedene Produktionsstufen.

Der praktische Unterschied:

  • Promo- oder Demonstrationspressung: eine kommerzielle Veröffentlichung, die an Radiosender, Presse oder Händler verschickt wurde und meist mit einem Hinweis wie „Not For Sale“ gekennzeichnet ist.
  • White Label: eine Pressung mit schlichten oder unbedruckten Labels. Dabei kann es sich um eine Promo, eine Testpressung, eine DJ-Vorabveröffentlichung, ein Dance-White-Label oder einfach um eine minimal beschriftete Ausgabe handeln. Die Bedeutung von White-Label-Vinyl ist bewusst weit gefasst.
  • Testpressung: eine sehr kleine Auflage, die vor der eigentlichen Pressung hergestellt wird, damit Label, Künstler, Produzent oder Presswerk den Schnitt und die Pressqualität freigeben können.

Nur eine dieser Kategorien ist grundsätzlich selten: die Testpressung. Eine Promo kann sehr häufig sein, wenn Tausende Exemplare verschickt wurden. Ein White Label kann praktisch alles sein. Deshalb zahlen Sammler, die allein wegen eines blanken Labels oder des Hinweises „Demonstration Copy – Not For Sale“ auf dem Cover mehr, oft zu viel.

Discogs ist hier besonders hilfreich, weil diese Varianten pro Veröffentlichung dokumentiert werden und nicht auf Sammlerlegenden beruhen. Der richtige Vergleich lautet nie abstrakt „Promo gegen Nicht-Promo“, sondern: deine genaue Pressungsvariante gegen die entsprechende reguläre Ausgabe und alle bekannten Promo-Ausgaben.

Was eine Promo tatsächlich ist

Eine echte Promo ist meist eine normale kommerzielle Pressung, die für Werbe- und Präsentationszwecke vorgesehen war – keine geheime Sonderausgabe in winziger Auflage. Deshalb liegt der Wert von Promo-Schallplatten so oft nahe am Preis der regulären Ladenpressung.

Typische Promo-Kennzeichnungen sind:

  • Labeltext: „Promotional Copy“, „Not For Sale“, „Demonstration“, „For Promotion Only“ oder ähnliche Hinweise, die direkt auf das Label gedruckt sind.
  • Coverstempel: ein goldener Promo-Stempel auf dem Cover, häufig in Großbuchstaben.
  • Timing Strips: ein aufgeklebter Streifen auf der Innenhülle oder dem Cover mit Titeln und Laufzeiten für Radiomoderatoren.
  • Abgeschnittene Ecken oder Bohrlöcher: physische Kennzeichnungen am Cover, die eine nicht rückgabefähige Promo- oder preisreduzierte Ausgabe markieren.
  • Spezielle Formatvarianten: Mono-/Stereo-Promoausgaben, DJ-Edits oder für den Radioeinsatz hergestellte Pressungen.

Eine DJ-Promo ist daher nicht automatisch älter, seltener oder klanglich anders. Häufig wurden dieselben Pressmatrizen und derselbe Presslauf wie bei der regulären Ausgabe verwendet; die Platte wurde lediglich über Werbekanäle verteilt oder beim Verpacken entsprechend gekennzeichnet. Einige Labels pressten zwar eigene Promo-Labels vor dem regulären Verkaufsstart, und manche 12-Inch-Singles wurden an Clubs geliefert, bevor sie in die Läden kamen. Das macht jedoch nicht jede Promo selten.

Vorab- und Radiosenderausgaben gehören ebenfalls in diesen größeren Zusammenhang. Eine Vorabpressung kann vor der vollständigen Veröffentlichung hergestellt worden sein und relevant werden, wenn sich der Inhalt unterscheidet, der Mix später geändert wurde oder die Pressung eine frühe Produktionsphase eines wichtigen Titels dokumentiert. Eine Radiosenderausgabe kann Aufkleber des Senders, Cue Sheets oder Laufzeitangaben tragen. Diese Hinweise belegen die Nutzung und den Vertriebsweg, steigern den Wert aber nicht zwangsläufig von selbst.

Die Ausnahmen machen Promos interessant: frühe Vorabversendungen von Alben, die später große Erfolge wurden, Mono-Promos aus der Stereo-Ära sowie ungewöhnliche Konfigurationen, die ausschließlich für Rundfunkanstalten oder Rezensenten hergestellt wurden. Solche Promo-Schallplatten können sich deutlich von der gewöhnlichen Ladenpressung abheben.

White Label bedeutet weniger, als du denkst

White Label ist eine Beschreibung, kein Werturteil. Für eine genaue Identifizierung musst du klären, um welche Art von White Label es sich handelt, wer es hergestellt hat und in welcher Veröffentlichungsphase es erschienen ist.

Sammler verwenden „White Label“ für verschiedene Dinge:

  • Eine Testpressung mit blanken oder nahezu blanken Labels.
  • Eine Vorab-Promo für DJs und Radio, oft mit getippten oder gestempelten Angaben.
  • Eine für den Clubeinsatz geschnittene Dance-White-Label-Pressung, bevor das endgültige Artwork fertig war.
  • Eine moderne inoffizielle oder Bootleg-Pressung mit schlichten Labels.
  • Eine Budget- oder Generic-Ausgabe, deren Labelgestaltung von Anfang an nicht aufwendig war.

Genau deshalb kann die Bedeutung von White-Label-Vinyl Käufer mit wenig Erfahrung in die Irre führen. Der Begriff allein sagt fast nichts über Seltenheit, Echtheit oder Wert aus. Zwei Platten können beide schlichte weiße Labels haben und dennoch völlig unterschiedlich sein: die eine eine dokumentierte Testpressung des Presswerks in wenigen Exemplaren, die andere ein aktuelles anonymes Bootleg in größerer Auflage.

Physische Hinweise sind entscheidend. Eine zeitgenössische White-Label-Promo besitzt häufig zum jeweiligen Zeitraum passendes Papier, typische Presswerk-Typografie, Gummistempel, getippte Künstler- und Titeleinleger sowie Runout-Inschriften, die zu bekannten Produktionsmustern des Labels und Presswerks passen. Ein nachträglich als „Sammler-White-Label“ ausgegebenes Exemplar fällt dagegen oft auseinander, sobald man Auslaufrille, Labelpapier, Alter der Hülle, Druckbild und Herkunft gemeinsam überprüft.

Wenn die Platte kaum oder gar nicht beschriftet ist, solltest du sie am besten anhand der Rillen und der Auslaufrille identifizieren, nicht über das Label auf der Plattenseite. Genau darum geht es in diesem Ratgeber zur Identifizierung von Platten ohne Barcode oder mit blankem Label. So gelangst du von einer vagen White-Label-Angabe zu einem konkreten Release-Eintrag und einer nachvollziehbaren Marktgeschichte.

Testpressungen sind die seltenen Exemplare

Eine echte Testpressung ist die einzige Kategorie in diesem Vergleich, die von Natur aus selten ist, da sie vor Beginn der eigentlichen Auflage zur Kontrolle des Schnitts und der Pressung hergestellt wird. Wenn jemand nach dem Wert einer Testpressung fragt, ist meist genau diese Variante gemeint.

Testpressungen werden üblicherweise in sehr kleinen Stückzahlen hergestellt. Eine feste allgemeingültige Zahl gibt es nicht. Die Frage „Wie viele Testpressungen wurden hergestellt?“ lässt sich daher nicht pauschal beantworten. Das Muster ist jedoch eindeutig: deutlich weniger als bei kommerziellen Exemplaren, oft nur so viele, wie Label, Masteringstudio, Künstler, Produzent und Presswerk zur Prüfung und Freigabe benötigen.

Typische Merkmale einer echten Testpressung sind:

  • Schlichte oder nahezu unbedruckte Labels, häufig mit getippten Angaben zu Künstler, Titel, Seite und Geschwindigkeit.
  • Handschriftliche Datumsangaben, Katalognummern, Seitenbezeichnungen oder Freigabevermerke.
  • Labels oder Aufkleber im Stil des Presswerks statt fertigem Artwork.
  • Runout-Inschriften, die zur bekannten Reihenfolge von Mastering und Galvanik passen.
  • Eine einfache Papierhülle, Firmenhülle oder büroartige Innenhülle statt einer regulären Verkaufshülle.
  • Gelegentliche Handnummerierungen, interne Referenzaufkleber oder Notizen für Rezensionen.

Seltenheit allein garantiert keinen hohen Wert. Die Authentifizierung ist genauso wichtig wie die geringe Stückzahl. Eine Testpressung, die eindeutig mit einem bedeutenden Künstler, einem berühmten unveröffentlichten Mix, einer zurückgezogenen Version oder einer dokumentierten Produktionsphase verbunden ist, kann sehr begehrt sein. Eine nicht belegbare Platte mit schlichtem Label und ohne passende Matrizenangaben lässt sich dagegen deutlich schwerer verkaufen – selbst wenn sie alt aussieht.

Die Auslaufrille liefert dafür den zentralen Beleg. Matrizen- und Runout-Inschriften können zeigen, ob die Platte zur bekannten Produktionskette des Releases gehört, ob sie denselben Lack wie die reguläre Ausgabe verwendet oder ob sie einen früheren Schnitt repräsentiert. Einen Leitfaden zum Lesen dieser Angaben findest du in diesem Ratgeber zu Runout- und Matrizenangaben auf Vinyl.

Sammler achten außerdem darauf, ob die Testpressung freigegeben wurde und ob sich die veröffentlichte Platte von ihr unterscheidet. Eine Testpressung mit alternativen Mixen, anderer Reihenfolge oder einer späteren Änderung beim Mastering kann deutlich wichtiger sein als eine Pressung, die lediglich den unmittelbar vor der regulären Ausgabe freigegebenen Produktionsschritt darstellt.

Wie sich die Werte normalerweise vergleichen lassen

Die meisten Promos sind ungefähr so viel wert wie die reguläre Ausgabe oder etwas mehr, wenn der Markt die Variante besonders schätzt. Der verbreitete Mythos „Promo gleich wertvoll“ trifft auf die meisten Titel nicht zu.

Das relative Preisniveau folgt meist diesem Muster:

  • Standard-Promoausgaben: meist ähnlich teuer wie die normale Veröffentlichung, manchmal mit kleinem Aufschlag, manchmal ganz ohne.
  • White-Label-Promos: abhängig von der genauen Identifizierung; sie können preislich nahe an der regulären Ausgabe liegen oder deutlich abweichen, wenn es sich um eine frühe DJ-Ausgabe handelt.
  • Mono-/Stereo-Promos: oft sammelwürdiger als reguläre Ausgaben, wenn die Mono-Version nicht in größerem Umfang verkauft wurde.
  • Vorab- oder reine Radio-Varianten: können höhere Preise erzielen, wenn sie einzigartige Edits, Mixe, Labels oder Hüllen besitzen.
  • Authentifizierte Testpressungen: meist mehr wert als reguläre Exemplare, mitunter deutlich mehr, weil das Angebot tatsächlich begrenzt ist.

Drei Faktoren treiben den Wert zuverlässiger nach oben als das Wort „Promo“:

  • Dokumentierte Seltenheit: eine Variante, von der nur sehr wenige Exemplare bekannt sind.
  • Inhaltlicher Unterschied: ein Mix, Edit, eine andere Reihenfolge oder ein Format, das auf der regulären Ausgabe nicht erhältlich ist.
  • Nachfrage nach Künstler und Titel: ein bedeutender Kulttitel oder eine kanonische Veröffentlichung zieht für ungewöhnliche Vorabvarianten mehr Gebote an.

Und drei Faktoren halten den Wert häufig nahe am Preis gewöhnlicher Exemplare:

  • Große Promo-Versendungen: viele LPs großer Labels wurden sehr breit verteilt.
  • Kein einzigartiger Ton oder Verpackungsinhalt: dieselbe Platte, dieselbe Hülle, lediglich gestempelt oder mit einem Aufkleber versehen.
  • Schlechter Zustand: Radio- und DJ-Einsatz bedeutet häufig stärkere Abnutzung und mehr Verschleiß an der Hülle.

Wenn du prüfst, ob Promos mehr wert sind, lautet die ehrliche Antwort: „Manchmal, aber meistens nicht viel – es sei denn, das Exemplar ist tatsächlich anders oder wirklich selten.“ Einen breiteren Überblick darüber, was eine Platte überhaupt außergewöhnlich macht, bietet dieser Ratgeber zur Identifizierung seltener Schallplatten.

Welche Kennzeichnungen wichtig sind

Spezifische Promo-Kennzeichnungen helfen dabei, die Vertriebs- und Nutzungsgeschichte zu bestimmen, steigern aber nicht automatisch den Wert. Manche sind begehrt, weil sie die Echtheit belegen; andere mindern den Wert sogar, weil sie die Hülle beschädigen.

Die häufigsten Kennzeichnungen bedeuten in der Regel:

  • Goldstempel-Promo: ein auf die Hülle gestempelter Promo-Hinweis, der meist nach dem Druck der Hülle aufgebracht wurde. Dies ist eines der klassischen optischen Merkmale einer Promo-LP eines großen Labels.
  • Timing-Strip-Promo: ein meist auf die Vorder- oder Rückseite geklebter Streifen mit Titellängen und Programmhinweisen für Radiomitarbeiter. Sammler schätzen vollständige Timing Strips häufig, weil sie zeittypisch und leicht zu überprüfen sind.
  • Bohrloch: ein durch die Hülle gestanztes Loch, mit dem häufig nicht rückgabefähige Ware, Promos oder spätere Cut-outs gekennzeichnet wurden.
  • Abgeschnittene Ecke oder Sägeschnitt: eine gekürzte oder eingeschnittene Ecke der Hülle, ebenfalls zur Kennzeichnung von Promo- oder preisreduziertem Lagerbestand.
  • Promo-Aufkleber: Aufkleber von Sendern, Vertrieben oder Labels können die Geschichte der Platte stützen, sofern sie zeitlich plausibel wirken.

Der schwierige Punkt: Eine abgeschnittene Ecke oder ein Bohrloch beweist nicht automatisch, dass es sich um eine echte Promo handelt. Dieselben Kennzeichnungen wurden auch bei Cut-outs, Restbeständen und liquidierten Überbeständen verwendet. Sie zeigen also möglicherweise, dass das Label oder der Vertrieb die Hülle als nicht regulär eingestuft hat – nicht unbedingt, dass die Platte selbst eine eigens hergestellte Promo-Pressung ist.

Die Zustandsbewertung ist hier besonders wichtig. Ein Goldstempel lässt die Hülle normalerweise strukturell intakt. Ein vollständiger, originaler Timing Strip kann positiv zu bewerten sein. Ein Bohrloch, Sägeschnitt oder eine abgeschnittene Ecke ist jedoch ein physischer Hüllenschaden und sollte die Bewertung der Hülle grundsätzlich verschlechtern. Die Attraktivität einer echten Promo-Variante kann diesen Nachteil teilweise ausgleichen, aber er darf bei der Zustandsangabe nicht unterschlagen werden.

Am klarsten ist folgende Unterscheidung: Promo-Status und Zustand sind zwei getrennte Fragen. Eine Promo-Kennzeichnung kann die Variante authentifizieren und gleichzeitig die Zustandsnote der Hülle herabsetzen. Als Grundlage für die Bewertung kannst du einen einheitlichen Standard wie diesen Ratgeber zur Zustandsbewertung von Vinyl verwenden.

Acetate-Schallplatten sind etwas anderes

Ein Acetate ist nicht dasselbe wie eine Testpressung, auch wenn beide häufig verwechselt werden. Der entscheidende Unterschied zwischen Acetate und Testpressung liegt in der Herstellung: Ein Acetate ist eine direkt zum Probehören geschnittene Referenzplatte mit Lackbeschichtung, während eine Testpressung aus den Produktionsteilen gepresst wird.

Warum das wichtig ist:

  • Acetates sind empfindlicher. Sie nutzen sich schnell ab und weisen selbst bei optisch gutem Zustand häufig Oberflächenrauschen auf.
  • Acetates können früher entstanden sein. Sie können eine Phase vor Galvanik und Pressung dokumentieren.
  • Testpressungen stehen der Produktionsrealität näher. Sie zeigen, wie die tatsächlich gepresste Platte klingen wird und ob der Presslauf akzeptabel ist.
  • Die Labels unterscheiden sich. Acetates tragen häufig Labels des Masteringstudios, getippte Einleger oder handschriftliche Notizen; Testpressungen haben eher Presswerk- oder generische Testlabels.

Sammler schätzen Acetates durchaus, vor allem bei unveröffentlichtem Material, alternativen Takes oder einer direkten Verbindung zu Künstlern und Studios. Die Wertlogik ist jedoch eine andere. Der Zustand ist schwieriger einzuschätzen, die Abspielbarkeit kann sich verschlechtern, und die Echtheit hängt stark von Herkunft und Stil der Beschriftungen ab. Wenn es also tatsächlich um eine solche Lack-Referenzplatte geht, lässt sich der Wert einer Testpressung nicht ohne Weiteres übertragen.

Authentifizierung ist entscheidend

Je ungewöhnlicher das Exemplar, desto wichtiger wird eine nachvollziehbare Herkunft. Ein blankes White Label oder eine angebliche Testpressung ohne Belege kann interessant sein; mit entsprechenden Belegen wird daraus ein dokumentiertes Sammlerstück.

Eine überzeugende Authentifizierung kombiniert meist mehrere Belegarten:

  • Passende Runout-Angaben: Inschriften, die zur Veröffentlichung und zur Mastering-Kette passen.
  • Zeittypische Labels und Hüllen: Papier, Schriften, Aufkleber und Stempel, die mit der jeweiligen Ära übereinstimmen.
  • Provenienz: die Herkunft, etwa von einem ehemaligen Labelmitarbeiter, aus einem Studioarchiv, von einem Radiosender oder aus einer DJ-Sammlung.
  • Vergleichbare Veröffentlichungsdokumentation: bekannte Promo- oder Testvarianten, die von Sammlern auf Discogs gelistet wurden.
  • Begleitunterlagen: Cue Sheets, Rezensionsnotizen, Sendeprotokolle, Mastering-Notizen, Versandhüllen oder interne Aufkleber.

Auch die Warnzeichen sind meist eindeutig:

  • Neuwertig wirkende schlichte Labels bei einem angeblich alten Exemplar.
  • Eine Auslaufrille, deren Angaben nicht zu bekannten Mustern des Künstlers, Labels oder Presswerks passen.
  • Eine Geschichte, die sich ausschließlich auf die Behauptung des Verkäufers und nicht auf physische Belege stützt.
  • Eine Verpackung aus der Bootleg-Ära, die als seltenes zeitgenössisches White Label präsentiert wird.

Wenn du ein Exemplar für die Versicherung, einen Verkauf oder deine eigene Sammlung katalogisierst, dokumentiere es sorgfältig. Fotografiere die Labels, Vorder- und Rückseite der Hülle, alle Stempel und Timing Strips sowie die Auslaufrillen beider Seiten. Notiere jede Kennzeichnung exakt so, wie sie erscheint. Hier ist VinylAI besonders nützlich: Die Anwendung kann dir helfen, die Veröffentlichung anhand von Fotos zu identifizieren und sie vor der Preisfestlegung oder dem Einstellen mit dem Marktumfeld auf Discogs abzugleichen – egal, ob es sich um eine häufige Promo, eine seltene Radio-Variante oder wahrscheinlich eine Testpressung handelt.

Eine schnelle Wertübersicht

Die sicherste allgemeine Regel lautet: Vergleiche jede Variante zunächst mit der regulären Verkaufsausgabe derselben Veröffentlichung und passe die Einschätzung anschließend an Seltenheit, Echtheit und Zustand an. Die folgende Tabelle fasst die Kategorien zusammen, die Sammler am häufigsten verwechseln.

TypErkennungsmerkmaleTypischer relativer WertHauptrisiko
Promo- / DemonstrationspressungKommerzielle Labels oder Hüllen mit „Promotional Copy“, „Not For Sale“, Demo-Hinweis, Goldstempel, Promo-Aufkleber oder Timing StripMeist ähnlich viel wert wie die reguläre Ausgabe oder etwas mehr; gelegentlich deutlich mehr bei ungewöhnlichen reinen Radio-VariantenAnzunehmen, jede Promo sei selten, obwohl viele weit verbreitet wurden
White-Label-PromoSchlichte Labels mit getippten, gestempelten oder handschriftlichen Angaben zu Künstler und Titel; oft für DJs oder als Vorabpressung bestimmtVon etwa gleich viel wie die reguläre Ausgabe bis deutlich höher, wenn es sich um eine frühe dokumentierte Variante handelt„White Label“ als Beweis für Seltenheit oder Echtheit zu betrachten
TestpressungSchlichte Labels im Presswerkstil, getippte Einleger, handschriftliche Seitenangaben, einfache Hülle und Matrizenangaben, die zur Produktionsphase passenOft mehr wert als die reguläre Ausgabe, bei authentifizierten und gefragten Exemplaren mitunter deutlich mehrEin generisches White Label oder eine moderne Fälschung mit einer echten Testpressung zu verwechseln
Mono-/Stereo-PromoPromo-Labelausgabe, häufig aus der Stereo-Ära, mit eigenen Mono- und Stereo-Seiten oder separaten Promo-EditionenKann reguläre Ausgaben übertreffen, wenn die Mono-Version selten oder kommerziell nicht erhältlich istAnzunehmen, die Mono-Seite sei einzigartig, ohne den genauen Mix und die Veröffentlichungsgeschichte zu prüfen
RadiosenderausgabeSenderaufkleber, Timing-Markierungen, Rufzeichen, Cueing-Notizen oder ProgrammstreifenMeist ähnlich viel wert wie die reguläre Ausgabe, sofern es sich nicht zusätzlich um eine seltene Promo-Variante mit eigenem Inhalt handeltStarke Abnutzung durch den Sendebetrieb, die den Zustand verschlechtert
AcetateLack-Referenzplatte, Label des Masteringstudios, handschriftliche Notizen, oft ein EinzelstückKann bei unveröffentlichtem oder historisch wichtigem Material hohe Preise erzielen, ist aber stark vom Zustand abhängigVerwechslung mit einer Testpressung sowie Missachtung der Empfindlichkeit und Abnutzung

Nutze die Tabelle als Ausgangspunkt, nicht als Preisliste. Der endgültige Wert hängt vom exakten Release-Eintrag, der Nachfrage nach diesem Künstler und davon ab, ob sich dein Exemplar überzeugend einer dokumentierten Variante auf Discogs zuordnen lässt.

So bestimmst du den Preis deines Exemplars

Die beste Methode, eine Promo, ein White Label oder eine Testpressung zu bewerten, besteht darin, zunächst die genaue Veröffentlichung zu identifizieren und anschließend Gleiches mit Gleichem zu vergleichen. Die meisten Fehler entstehen bei pauschalen Schätzungen anhand einer Kategorie.

Ein sinnvoller Ablauf sieht so aus:

  • Die Veröffentlichungsvariante identifizieren. Prüfe Labels, Hüllentext, Matrizen- und Runout-Angaben, Geschwindigkeit, Format und Promo-Hinweise.
  • Feststellen, ob das Audiomaterial einzigartig ist. Achte auf Mono-/Stereo-Unterschiede, Edits, alternative Mixe oder Änderungen an der Reihenfolge.
  • Den Zustand ehrlich bewerten. Bewerte Vinyl und Hülle getrennt, besonders wenn Promo-Kennzeichnungen die Hülle beschädigt haben.
  • Mit dokumentierten Varianten vergleichen. Nutze Discogs-Einträge und Verkaufshistorien der konkreten Promo- oder Testversion, sofern eine solche dokumentiert ist.
  • Die Provenienz einbeziehen. Eine glaubwürdige Besitz- und Herkunftskette kann das Vertrauen in ein White Label oder eine Testpressung deutlich erhöhen.

Wenn keine exakte Variante dokumentiert ist, solltest du konservativ bleiben. Biete sie als ungewöhnliches Exemplar mit möglichem Sammlerinteresse an, nicht als garantiert seltene Rarität – es sei denn, die physischen Belege sind besonders überzeugend. Ein White Label als Testpressung auszugeben, ist einer der schnellsten Wege, das Vertrauen potenzieller Käufer zu verlieren.

Auch hier kann VinylAI Zeit sparen: Einige gute Fotos helfen dabei, die Pressung einzugrenzen, Verkaufspreise aus den Discogs-Marktdaten abzurufen und den Bestand deiner Sammlung dem richtigen Release zuzuordnen, statt ihn lediglich als vage „Promo-Ausgabe“ zu führen.